7. Die zeitliche Geburt.
Zwar haben wir diese zeitlose und unsagbare und jegliche Fassungskraft menschlicher Erkenntnis übersteigende Zeugung des Sohnes verkündet. Wir haben aber auch das Geheimnis der Menschwerdung Gottes aus der Geburt der Jungfrau gelehrt. Wir haben nämlich dargetan, daß, gemäß der Entschließung zur Fleischesannahme durch die Erniedrigung aus Gottes Gestalt und die Annahme der Knechtesgestalt, die Schwachheit des menschlichen Standes Gottes Wesen nicht geschwächt habe, sondern daß unbeschadet der Kraft Gottes im Menschen die göttliche Macht noch zu der menschlichen hinzuerworben sei. Denn da Gott als Mensch geboren wurde, geschah es nicht deswegen, um als Gott nicht fortzudauern, sondern um unter dem Fortbestehen Gottes den Menschen zu Gott hin geboren werden zu lassen. Sein Name heißt ja auch Emmanuel, das bedeutet Gott-mit-uns,1 so daß es also keine Herabminderung Gottes zum Menschen hin gibt, sondern einen Aufstieg des Menschen zu Gott hin. Oder wenn er um seine Verherrlichung bittet, kommt es nicht dem Wesen Gottes, S. 164 sondern der angenommenen Menschlichkeit zugute. Denn diejenige Herrlichkeit erbittet er, die er vor der Begründung der Welt bei Gott gehabt hat.2
