67. Richtschnur zur Erfassung der Geheimnisse Christi.
Der eingeborene Gott hat zwar gelitten, was Menschen zu leiden vermögen. Doch machen wir uns des Apostels Glaube und Wort zu eigen: „Ich habe euch nämlich vor allem übermittelt, daß Christus der Schrift gemäß für unsere Sünden gestorben ist und daß er begraben wurde und daß er der Schrift gemäß am dritten Tage wieder auferstand.”1
Nicht leere Wortbestimmungen hat er, (wo möglich) als Anlaß zur Irrlehre benutzt, sondern zum Bekenntnis der Art und Weise des Todes und der Auferstehung gemahnt, nicht nur dem Namen der Dinge nach, als vielmehr auf das machtvolle Wort der Schrift hin, damit hinsichtlich seines Todes genau dies unsere Erkenntnis sei, was in der Schrift berichtet werde. Schwächliche Bedenken und schroffe Glaubensschmähungen ließ er nicht zurück und fügte diesen Abschluß hinzu, daß man nur „gemäß der Schrift” den Tod und die Auferstehung verkünden dürfe. Wir sollten eben nicht durch das Umtreiben unnützer Erörterungen umhergejagt2 oder durch nutzlose Spitzfindigkeiten trügerischer Fragereien behindert und dadurch geschwächt werden. In diesen S. 223 Hafen seines Bekenntnisses sollte vielmehr der unversehrte Glaube sich zurückbringen, daß er den Tod und die Auferstehung des Menschensohnes und des Gottessohnes Jesus Christus gemäß den Schriften glaube und bekenne. Rechtgläubige Sicherheit sollte zum Widerstehen gegen die Schmähung vorgelegt werden, da in der Weise Christus Jesus als gestorben und auferstanden erkannt werden sollte, wie es von ihm in der Schrift steht.
Der Glaube birgt nämlich keine Gefahr in sich, und jedes rechtgläubige Bekenntnis ruht sicher im verborgenen Geheimnis Gottes. Geboren ist Christus aus der Jungfrau; empfangen aber ist er gemäß den Schriften vom Heiligen Geist. Geweint hat Christus; aber gemäß den Schriften, um wegen des Erlebens seines Weinens Freude zu erleben. Gehungert hat Christus, aber gemäß den Schriften hat er ohne Nahrung als Gott gegen den früchtelosen Baum sein Tun betätigt.3 Gelitten hat Christus, aber gemäß den Schriften wird er dann zur Rechten der Kraft seinen Platz einnehmen. Seine Todverlassenheit hat er beklagt, aber gemäß den Schriften hat er den, der sich zu ihm bekannte, mit sich in das Reich des Paradieses aufgenommen.4 Gestorben ist er, aber gemäß den Schriften hat er durch die Auferstehung seinen Platz zur Rechten des Herrn als Herr eingenommen.
In dem Glauben an dieses Geheimnis beruht also das Leben, eine Schmähung läßt dieses Bekenntnis nicht zu.
