29. Die Frage der Todesangst.
[Forts. v. S. 184 ] Aber in törichter und falschgläubiger Verkehrtheit leitet man vielleicht die Behauptung, sein Wesen sei schwach gewesen, von da aus her, daß seine Seele traurig war bis zum Tode.1 Noch will ich dir, Irrlehrer, nicht nachweisen, weshalb du den machtvollen Sinn dieses Wortes nicht erkennst. Dennoch will ich vorläufig von dir erfragen, warum du dich nicht darauf besinnst, daß bei dem Herausgehen des Judas um des Verrates willen das Wort gesprochen wurde: „Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht.”2 Wie nämlich hatte die Angst vor dem Leiden ihn traurig gemacht, wenn das Leiden ihn verherrlichen würde? Er sei denn so sehr ohne Vernunft gewesen, sich vor demjenigen Leiden zu fürchten, das ihn verherrlichen würde, wenn er es trüge.
