7.
[Forts. v. S. 9 ] Etwas unvergleichlich Großes schien es mir zu sein, den Sinneseindrücken verschlossen, dem Fleisch und der Welt entrückt, in sich selbst versunken, mit Menschen nur, wo es notwendig ist, in Fühlung stehend, mit sich und Gott sprechend jenseits der sichtbaren Welt zu leben, die göttlichen Eingebungen stets rein, ungetrübt durch irdische, trügerische Eindrücke in sich zu bewahren, ein wahrhaft fehlerloser Spiegel Gottes und der göttlichen Ideen zu sein und, Licht für das Licht, Helligkeit für das Halbdunkel erhaltend1, immer wieder zu werden, bereits das Glück der zukünftigen Welt hoffend zu genießen, mit den Engeln zu verkehren, noch auf Erden weilend, aber der Erde entrückt vom Geiste in den Himmel gehoben zu werden. Wenn einer unter euch von der gleichen Sehnsucht ergriffen ist, versteht er meine Worte und wird meiner damaligen Leidenschaft verzeihen. Die meisten dürfte ich wohl nicht mit Worten überzeugen. Ihnen erscheint die Sache lächerlich; denn sie sind schlecht unterrichtet von ihrem eigenen Unverstand oder von denen, welche dieses Berufes unwürdig sind, einer guten Sache einen schlechten Namen gegeben, Philosophie zu ehrgeizigen Bestrebungen verwendet haben, unterstützt vom Neid und von der Bosheit der Masse, die zu noch Schlimmerem bereit ist. Sünder sind sie, sei es, daß sie das Böse vollbringen, sei es, daß sie dem Guten nicht Glauben schenken.
Der menschliche Verstand ist Licht, aber gegenüber dem göttlichen Lichte nur Halbdunkel. ↩
