2. Wie König Chlothachar den dritten Teil der Einkünfte der Kirche nehmen wollte
Der König Chlothachar hatte aber ein Gebot erlassen, daß alle Kirchen seines Reiches den dritten Teil ihrer Einkünfte an seine Schatzkammer entrichteten. Dies Gebot, das alle Bischöfe, obwohl unwillig, angenommen und unterschrieben hatten, wies der heilige Jnjuriosus mutig zurück und weigerte sich, es zu unterschreiben. »Wenn du, sagte er, Gott« nehmen wirst, was sein ist, so wird der Herr dir bald dein Reich nehmen, denn es ist schändlich, daß, da du die Armen aus deinen Scheuern ernähren solltest, diese von ihrer Notdurft gefüllt werden sollen« Und zürnend auf den König ging er davon, ohne ihm den Abschiedsgruß zu bieten. Da wurde dem Könige bange, und die Macht des heiligen Martinus fürchtend, schickte er zum Bischofe, ließ ihm viele Geschenke bringen und bat um Verzeihung. Auch nahm er zurück, was er getan hatte, und ging den Bischof an, er möge die Wunderkraft des heiligen Bischofs Martinus zu seinem Beistande anflehen.
