19. Vom Tode des heiligen Bischofs Medard
Zu den Zeiten des Königs Chlothachar starb auch der Bischof Medard1, der Heilige Gottes, nachdem er seinen Lebenslauf in guten Werken vollendet hatte, hochbetagt und hervorleuchtend durch heiligen Wandel. Diesen bestattete der König Chlothachar mit großen Ehren in der Stadt Soisfons und begann eine Kirche über seinem Grabe zu bauen, welche fein Sohn S. 205 Sigibert nachher vollendete und einrichtete2 Bei dem heiligen Grabe des Bischofs aber sehen wir Fesseln und Banden von Gefangenen zerbrochen und zerrissen liegen, welche bis auf den heutigen Tag dort am Grabe des Heiligen zum Zeugnis seiner Wunderkrast aufbewahrt werden3. Doch nun laßt uns zu unserer Geschichte zurückkehren.
Bischof von Noyon und Tournay. Venanrius sFortuiiatus hat ihm Ei« größeres Gedicht gewidmet (ll, 16), während eine unter seinem Namen gehend? pro« saische Lebengbeschkeibuug des. Heiligen nicht Ihm. sonder» Eines! JÜUSEFFU Hist; der nur die Dichtung des Fortunatus benutzteIE Wohl aber Mllßees Ein? alte« M« Zeichnung iiber seine Wunder gegeben haben, die Gregor lVvM RUHMV d» e Nu Katz. IS) erwähvti ↩
Fortunatus feiert am Schluß des angeführten Gedichtes König Sigibert wegen dieses Baues. Die Medarduskirche wird mit der Zeit eines der vornehmsten Heiligtümer des fränkischen Reiches. Der Kult des Medard war mit ihr so eng verbunden, daß Gregor ihn in seinen hagiographischen Werken wiederholt geradezu als Bischof von Soissons bezeichnet. ↩
Es wird erzählt, daß wiederholentlich Gefangenen am Grabe des Heiligen die Ketten abgefallen seien, auch an andern Orten übte der heilige Medard diese Wunderkraft. Vgl. B. V, Kap. 49. ↩
