27. Wie Sigibert Brunichilde zum Weibe nahm
S. 215 König Sigibert aber schickte, da er sah, daß seine Brüder sich Weiber wählten, die ihrer nicht würdig waren, und daß sie sich so weit herabließen, selbst Mägde zur Ehe zu nehmen, eine Gesandtschaft nach Spanien, übersandte reiche Geschenke und freite um Brunichilde, die Tochter Königs Athanagild. Denn diese war eine Jungfrau von feiner Gestalt, schön von Angesicht, züchtig und wohlgefällig in ihrem Benehmen, klugen Geistes und anmutig im Gespräch1 Der Vater aber versagte sie ihm nicht, und schickte sie mit großen Schätzen dem Könige. Da versammelte er die Großen seines Reichs, ließ ein Gelage zurichten, und unter unendlichem Jubel und großen Lustbarkeiten nahm er sie zu seinem Gemahl2 Und da sie dem Glauben des Arius ergeben war, wurde sie durch die Belehrung der Bischöfe und die Zusprache des Königs selbst bekehrt, glaubte und bekannte die heilige Dreieinigkeit und erhielt das Chrisma3 Und bis aus den heutigen Tag verharrt sie in Christi Namen in dem rechten Glauben4.
Schön, anmutig und klug, wie bescheiden, lieblich und gütig, Mächtig durch Schönheit und Geist, wie durch ihr hohes Geschlecht. So schildert Fortunatus Brunichilde, V1, la, 37 f. ↩
Die Vermählung König Sigiberts hat Fortunatus in zwei Gedichten befangen, VI, 1 und Ia. ↩
Das heilige Salböl, das nicht nur bei der Taufe, sondern auch bei andern heiligen Handlungen angewandt wurde, namentlich bei der Aufnahme Jrrgläubiger in den Schoß der rechtgläubigen Kirche. ↩
Brumchildz deren unglückliche-Z Ende erst in d. J. 613 fiillt, Gkfchkchkschkekbeh Bd. 8. Gregor von Tours, I, -i. Dunst. ↩
