21. Vom Tode König Chlothachars
König Chlothachar aber zog im einundfünfzigsten Jahre seiner Herrschaft mit vielen Geschenken zu der Schwelle des heiligen Martinus, und kam nach Tours zu dem Grabe des genannten Bischofs. Hier ging er noch einmal alle die Handlungen, in denen er vielleicht gesündigt hatte, durch und flehte unter vielem Seufzen, für seine Sünden möchte ihm der heilige Bekenner Verzeihung vom Herrn erwirken, und was er gefehlt, durch seine Vertretung wieder gut machen. Darauf kehrte er zurück und noch in demselben Jahre, dem einundfünfzigsten seiner Regierung, wurde er, als er in dem Forst von Cuise1 jagte, von einem Fieber plötzlich befallen und von da nach Compiegne gebracht. Uud als er vom Fieber hart geschüttelt wurde, sprach er: »Ach! Was glaubt ihr, S. 208 wie groß muß nicht jener König des Himmels sein, der so mächtige Könige so elend umkommen läßt!« Und in dieser Herzensbedrängnis hauchte er den letzten Atem aus. Seine vier Söhne brachten ihn unter vielen Ehren nach Soisfons und beerdigten ihn in der Kirche des heiligen Medard. Er starb aber nach Verlauf eines Jahres einen Tag gerade nach dem, an welchem Chramn getötet worden war2
« «« ». r. . » , Du! lotet de Compiågne (W0stllcl) vol! SmssonIU Czkkgzzks »Hm« s» noch B. V, Kap. Im. ↩
Wenn der lateinische Text (obiitgutem post unum deourrentis anni dient, quod Chramnus tuerat interiectuso nicht einfach die germanische Formel »Jahr und Tag« (vgl. J. Grimm. Deutfche Rechtsaltertümey 4. Aufl. 1, 306) wiedergeben will. Der kirchlichen Denkweise würde es ohnedies besser entsprechen, wenn der Tod Chlothachars auf den Jahrestag seines Berbrechens fiele. ↩
