28. Von den Gemahlinnen Chilperichs
Da dies König Chilperich sah, freite er, obschon er bereits mehrere Weiber hatte, um Galsvintha, Brunichildens Schwester, indem er durch seine Gesandten zugleich versprach, er wolle die andern Weiber verlassen, daß er nur ein ihm ebenbürtiges Königskind zur Ehe empfinge Der Vater glaubte diesen Versprechungen und übersandte ihm seine Tochter in gleicher Weise, wie die frühere mit reichen Schätzen. Galsvintha war aber älter als Brunichilde. Und als sie zum König Chilperich kam, S. 216 wurde sie mit großen Ehren aufgenommen und ihm vermählt. Auch wurde sie von ihrem Gemahl hochgehalten und sehr geliebt. Sie hatte große Schätze mitgebracht. Sie trat auch zur recht. gläubigen Kirche über und erhielt das Chrisma1 Aber des Königs Liebe zu Fredegundq die er schon früher zum Weibe gehabt hatte, brachte schweren Streit zwischen ihnen. Denn Galfvintha beklagte sich beim Könige über die Kränkungen, die ihr unaufhörlich geschähen, und daß sie von ihm für nichts geachtet werde; er möge, sagte sie, die Schätze behalten, welche sie mit sich gebracht habe, nur solle er sie frei in ihr Vaterland heimziehen lassen. Der König aber wußte sie durch mannigfache Ausreden hinzuhalten und durch sanfte Worte zu begütigen. Endlich aber ließ er sie durch einen Dienstmann erdrosseln, und man fand sie tot in ihrem Bette. Nach ihrem Tode tat Gott ein großes Wunder. Denn die Lampe, die an einem Strick an ihrem Grabe aufgehängt war, und dort brannte, stürzte, ohne daß jemand sie angerührt hätte, auf den Estrich herab, da der Strick riß, und indem der harte Estrich ihr nachgab, sank sie gleich wie in eine weiche Masse hinein und wurde halb von ihm bedeckt, aber nirgend beschädigt Alle, die es sahen, waren voll Staunen über dies Wunder2 Der König aber nahm, nachdem er die Tote nur wenige Tage beweint hatte, abermals Fredegunde zu seinem Gemahl. Da dies geschah, warfen ihm seine Brüder vor, daß auf sein Geheiß Galsvintha getötet war, und sie vertrieben ihn aus feinem Reiche3. Chilperich hatte aber damals drei Söhne von der Audovera, seiner früheren Gemahlin, Theudebert nämlich, S. 217 dessen wir schon oben gedacht haben4, Merovech und Chlodovech. Doch wir wollen zu unserer Erzählung zurückkehren.
über die näheren Umstände desselben in absichtlicher Kürze. fort. . «
Dieser Satz steht im Original an unpassender Stelle nach dem nächstfolgeiidetts roahrscheinlich ist er ein späterer Zusatz, den der Abschreiber unrichtig einfügtesz Die Sache selbst erwähnt auch Fortunatus, der in einem längeren Gedicht (VI. s) die Vermäihlung und den Tod der Galsointha oder Gelesointha, wie er sie nennt, besungen hat. Daß der Tod ein gewaltsamer gewesen sei, berührt Fortunatus nicht und geht ↩
Lluch Fortunatus erzählt in dem angeführten Gedicht dies Ereignis. ↩
Nach dem Libot hist. Francorum o. 31 hätten sie nur die Abstcht dazu gehabt. ↩
Kap. 23. ↩
