10.
Dies ist die erste Dreizahl der Männer, die nach Tugend verlangten. Von grösserer Bedeutung ist die zweite Reihe, über die wir jetzt sprechen müssen. Jene erste nämlich gleicht den für das Kindesalter bestimmten Kenntnissen, diese aber den Übungen athletischer Männer, die sich für die wahrhaft heiligen Kämpfe rüsten, die Leibesübungen geringschätzen und auf die gute Beschaffenheit der Seele bedacht sind durch ernstes Streben nach dem Siege über die widerstreitenden Leidenschaften. Wodurch nun aber ein jeder von diesen einem und demselben Ziele zustrebenden (Männern) sich ausgezeichnet hat, werden wir alsbald genauer angeben; was jedoch vorher über die drei im allgemeinen zu sagen ist, darf nicht mit Stillschweigen übergangen werden. Alle drei gehören einem Hause und einem Geschlecht an — der letzte ist der Sohn des zweiten und der Enkel des ersten —, und alle sind Gottes Freunde und Gottes Lieblinge: sie liebten den wahren Gott und wurden von ihm geliebt, und er würdigte sie, wie die Gottesworte melden, wegen ihres ausserordentlich tugendhaften Lebens des Vorzuges, an seiner Benennung teilzunehmen. Denn seinen eigenen Namen verband er mit den ihrigen und legte sich selbst die aus den dreien zusammengesetzte Bezeichnung bei: „dieses", sagt er, „ist mein Name auf ewig, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs" (2 Mos. 3,15); statt des absoluten also der relative Name; vielleicht nicht ohne Grund; denn Gott bedarf (eigentlich) keines Namens, aber trotzdem er keinen nötig hat, schenkte er gleichwohl dem Menschengeschlecht eine passende Bezeichnung, damit sie zu Bitten und Flehen ihre Zuflucht nehmen könnten und nicht ohne gute Hoffnung blieben.
