Vierzigstes Kapitel.
S. 192 [Konstantin, Konstantius, Konstans J. 337.] 1. Nach dieser Vertheilung der Herrschaft bemühte sich Konstantius gleichsam vorsetzlich, nicht hinter der Gottlosigkeit seines Vaters zurück zu bleiben, und jedermann in Vergießung des Bluts seiner nächsten Verwandten einen Beweis seines Muths zu geben. 2. Zuerst stiftete er die Soldaten an, seines Vaters Bruder, Konstantius, umzubringen. 3. Sodann räumte er durch ähnliche Nachstellungen den Cäsar Dalmatianus aus dem Wege, und ließ auch Optatus mit demselben ermorden, der von Konstantinus mit der Würde eines Patriciers war bekleidet worden. Diesen Ehrentitel hatte Konstantinus zuerst ersonnen, und den Rang vor den prätorischen Präfekten damit verbunden. 4. Damals wurde auch Ablatius aus dem Wege geräumt, der prätorische Präfekt; von der Rache dafür nach Verdienst bestraft, daß er den Philosophen Sopater1 zum Tode befördert hatte aus Neid S. 193 wegen der Vertraulichkeit, welche Konstantin gegen ihn bewies. 5. Um endlich gegen die ganze Verwandtschaft grausam zu handeln, fügte er diesen Ermordeten noch den Hannibalianus bei; indem er das Kriegsvolk anstiftete, öffentlich auszurufen, daß sie keinen andern Regenten dulden würden, außer die Söhne Konstantins. Dieses waren also die Thaten des Konstantius!
Albatius war Prätorischer Präfekt, Konstantins des Großen vertrautester Rathgeber, und wegen seines Stolzes verhaßt gewesen. Von Sopater erzählt Eunapius, welchen Herr Reitemeier anführt, daß seine Neider ihm das Ausbleiben der Aegyptischen Getraideflotte Schuld gegeben, und dadurch seine Ermordung veranlaßt hatten. ↩
