Neunzehntes Kapitel.
1. Konstantinus im Besitze von Cibalis, Syrmium und allem, was der fliehende Licinius S. 153 verlassen hatte, schickte, ihn zu verfolgen, fünftausend Legionsoldaten ab. 2. Doch konnten sie dem Licinius nicht zuvorkommen, weil sie den Weg nicht kannten, den er auf seiner Flucht genommen. 3. Konstantinus stellte die von Licinius abgeworfene Brücke über den Saufluß wieder her, und folgte dessen Heer auf dem Fuße nach, 4. und gelangte, als er nach Thracien gekommen war, zum Lager des Licinius in einer Ebene. 5. Noch in eben der Nacht, in welcher er angekommen war, stellte er seine Kriegsmacht in Schlachtordnung; und gab den Soldaten Befehl, gleich mit Anbruche des Tages sich zur Schlacht zu rüsten. 6. Am Tage erblickte Licinius den Konstantinus mit seinem Heere und stellte das seinige gleichfalls in Schlachtordnung. Mit ihm nahm noch Valens am Kriege Theil, als welchen er nach der Flucht von Cibalis zum Cäsar ernannt hatte. 7. Als die Schlacht begann, und beide Theile noch entfernt stunden, gebrauchte man Wurfwaffen. Wie aber diese verbraucht waren, ging man mit Lanzen und Säbeln auf einander loß. 8. Indem noch unter den Heeren der Streit heftig war, kamen diejenigen, welchen Konstantinus den Befehl zur Verfolgung des Licinius gegeben hatte, zu dem Streit der beiden Heere von einem Orte her, der eine ferne Aussicht hatte. 9. Sie nahmen daher ihren Weg über einen Hügel, von welchem her sie sich mit den Ihrigen vereinigen, und die Feinde umringen wollten. 10. Dagegen verwahrten sich aber des S. 154 Licinius Soldaten, und leisteten gegen alle Seiten hin tapfern Widerstand, so daß von beiden Parteien unzählige auf dem Platze blieben, und bei unentschiedenem Kriegsglücke die Heere auf ein gegebenes Zeichen sich trennten.
