Fünf und zwanzigstes Kapitel.
1. Konstantinus betrieb unterdessen die Belagerung von Byzantium, errichtete einen Erdhügel von gleicher Höhe mit der Mauer, und bauete auf denselben hölzerne Thürme, welche sie an Höhe übertrafen. Von diesen griff er die Vertheidiger der Mauer mit Pfeilen an, damit er Mauerbrecher und andere Belagerungsmaschinen mit Sicherheit gebrauchen, und die Stadt erobern konnte. 2. Licinius gerieth hierüber in Verlegenheit, und beschloß, sich aus Byzanz zu ziehen, den schwächsten Theil seines Heeres daselbst zu lassen, und nebst seinen erprobtesten Anhängern nach Chalkedon in Bithynien zu schiffen. 3. Denn er hoffte zuversichtlich, ein neues Heer in Asien zusammen zu bringen, und noch einmal eine Schlacht wagen zu können. 4. Er seegelte demnach nach Chalkedon, und ernannte, um einen Gefährten in seiner gefährlichen Lage zu haben, Martinianus, den Obersten seiner Hofämter, in Römischer Sprache, Magister Officiorum genannt, zum Cäsar.1 Diesen ordnete er mit einem Heere nach S. 164 Lampsacus ab, um den Feinden den Uebergang aus Thracien über den Hellespont zu verwehren; 5. er selbst aber stellte seine Schaaren auf die Anhöhen und in die Thäler von Chalkedon.
Nach Münzen und dem ungenannten Geschichtschr. des Valesius hatte er den Titel Augustus. ↩
