Achtes Kapitel. Niederlage und Tod des Prokopius ― Wuth des Valens gegen seine Anhänger und Freunde.
[J. 366] 1. Da nun der Kaiser und Prokopius gegen einander anrückten, begegneten sich beide Heere bei Thyatira. Hier hätte wenig gefehlt, daß nicht die Parthei des Prokopius gesiegt, und S. 14 das Uebergewichte auf seine Seite sich geneigt hätte. Wirklich schien es, daß Hormisdas, der gleichnamige Sohn eines Persers, in diesem Treffen die Oberhand erhalten sollte. 2. Allein Gomarius, einer der Feldherren des Prokopius, hatte mit denen, die zwar unter dem Prokopius dienten, aber kaiserlich gesinnt waren, seinen Entwurf gemacht, rief mitten in der Schlacht den Namen des Augustus aus, und ließ alle von seiner Parthei nach der Abrede ebenso ausrufen. 3. So bald dieses geschahe, giengen alle Soldaten des Prokopius zum Valens über, 4. der, nach dem Siege, zu Sardes weilte, von da nach Phrygien aufbrach, und auf den Prokopius bei der Stadt Nakolea traf. Als Haplon, des Prokopius Feldherr, auch hier die Sache zum Vortheile des Kaisers einrichtete, so siegte Valens in offener Schlacht, bemächtigte sich des Tyrannen, bekam bald hernach auch den Marcellus gefangen, und tödtete beide. 5. Bei dem Marcellus fand er ein königliches Gewand, das Prokopius ihm gegeben hatte. Dadurch wurde er so aufgebracht, daß er Alle1 mit Bitterkeit verfolgte, und nicht nur diejenigen aufsuchte, die bei der Empörung thätig waren, sondern selbst, die an dem Entwurfe Theil genommen, oder überhaupt etwas davon gehört, und den Anschlag nicht alsbald angezeigt hatten. 6. Gegen Alle wüthete er ohne förmliches Urtheil, und diejenigen, die an dem Aufruhr Theil hatten, S. 15 oder die unschuldig waren, wurden, um der bloßen Verwandtschaft oder Freundschaft willen, Opfer des Zorns des Kaisers.
Anhänger des Prokopius. ↩
