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[Forts. v. S. 123 ] Gold und Weihrauch lag da, Feuer brannte in der Nähe, Aufsichtspersonal stand bereit. Die Aufmachung weckte Vertrauen. Sie schien auf Befehl kaiserlicher Freigebigkeit, wie sie von alters her Brauch war und geliebt wurde, erfolgt zu sein. Was geschah nun? Man mußte Weihrauch ins Feuer legen, um vom Kaiser den Lohn des Verderbens zu empfangen — einen kleinen Lohn für schweren Dienst, für Hingabe der Seele und Verzicht auf Gottes Ehre. Welch schlimmer Dienst, welch schlimme Belohnung! Durch eine einzige List konnte das ganze Heer erkauft werden. Die, welche den ganzen Erdkreis unterwarfen, verloren wegen ein bißchen Feuer und Gold und durch ein wenig Opferduft ihren Halt, ja, was das Schlimmste ist, erkannten großenteils nicht einmal ihre eigenen Metzger. Man trat an, um Gewinn zu machen, verlor aber nach dem Gewinn sich selbst; man betete die Rechte des Kaisers an und merkte es nicht, daß man seinen Mörder anbetete. Wenn manche es aber auch merkten, es half ihnen doch nichts mehr, nachdem sie nun einmal von dem einen Übel sich hatten ergreifen lassen und ihre erste Torheit als unabänderliches Gesetz ansahen. Wie viele Tausende von Persern, wie viele Bogenschützen, wie viele Schleuderer, welche feindliche Soldaten, mochten sie auch bepanzert sein und ringsum unverwundbar erscheinen, welche mauerstürmende Widder hätten das erreichen können, was eine einzige Hand, ein einziger Augenblick, ein schlimmer Entschluß vermocht hatte?
