33.
So viele herrliche Vorzüge sind in der Siebenzahl enthalten, dass sie im Vergleich zu allen anderen Zahlen innerhalb der Dekade eine besondere Stellung einnimmt. Denn unter jenen Zahlen sind einige, die hervorbringen und nicht hervorgebracht werden, andere wieder, die hervorgebracht werden und nicht hervorbringen, endlich solche, die sowohl hervorbringen als auch hervorgebracht werden. Die Sieben allein sieht man in keiner dieser Gruppen. Diese Behauptung muss näher begründet werden. Die Eins bringt der Reihe nach alle Zahlen hervor, wird aber von keiner andern hervorgebracht. Die Acht wird durch 2x4 hervorgebracht, bringt aber selbst keine andere Zahl in der (ersten) Dekade hervor; die Vier andererseits gehört sowohl zu der Abteilung der Eltern als der Kinder; denn sie bringt die Acht hervor, wenn sie zweimal genommen wird, und wird hervorgebracht durch 2x2. Nur die Sieben, wie gesagt, kann weder hervorbringen noch hervorgebracht werden. Aus diesem Grunde vergleichen gewöhnlich die Philosophen die Siebenzahl mit der mutterlosen Nike und Parthenos (d. i. der Göttin Pallas Athene.), die der Sage nach aus dem Kopfe des Zeus entsprungen sein soll, die Pythagoreer dagegen mit dem Lenker des Weltalls. Denn das, was weder erzeugt noch erzeugt wird, bleibt unbeweglich; in der Bewegung nämlich besteht das Werden, da sowohl das Erzeugende wie das was erzeugt wird nicht ohne Bewegung ist; das eine hat das Ziel, zu erzeugen, das andere, erzeugt zu werden. Das einzige aber, das weder bewegt noch bewegt wird, ist der erhabene Herrscher und Lenker, als dessen Ebenbild füglich die Siebenzahl bezeichnet werden könnte. Diese meine Ansicht bestätigt auch Philolaos (Pythagoreischer Philosoph, Zeitgenosse des Sokrates.) mit den Worten: „Es existiert ein Herrscher und Lenker aller Dinge, ein einziger ewiger Gott, der beständig ist und unbewegt, nur sich selbst gleicht und von allen anderen verschieden ist."
