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Die Wirksamkeit der Siebenzahl erstreckt sich aber nicht blosss auf die genannten Dinge, sondern auch auf die vorzüglichsten Wissenschaften, die Grammatik und die Musik. Denn die siebensaitige Lyra (Die ältere griechische Leier hatte sieben Saiten (Heptachord); an ihre Stelle trat später die pythagoreische achtsaitige (Oktachord).), die dem Chor der Planeten entspricht, bringt vorzügliche Harmonien hervor und nimmt unter allen Musikinstrumenten nahezu den ersten Rang ein. In der Grammatik sind unter den Buchstaben sieben die mit Recht so genannten „Tönenden" (Vokale) (α, ε, η, ι, ο, ο, ω.), da sie sowohl für sich selbst tönen, als auch in Verbindung mit den andern artikulierte Laute hervorbringen; denn sie ergänzen einerseits das, was den Halbvokalen (Halbvokale heissen in der griechischen Grammatik die Buchstaben) fehlt, und machen sie volltönend, andererseits verändern sie die Natur der „Stimmlosen" (der Konsonanten) dadurch, dass sie ihnen von ihrer eigenen Kraft etwas einflössen, damit die unaussprechbaren (Buchstaben) aussprechbar werden. Aus diesen Gründen glaube ich, dass diejenigen, welche den Dingen am Anfang ihre Namen gegeben haben, als weise Männer diese Zahl „έπτά" genannt haben wegen der ihr gezollten Verehrung (σεβασμός) und der mit ihr verbundenen Würde (σεμνότης). Die Römer, die den von den Griechen ausgelassenen Buchstaben σ hinzufügen, verdeutlichen den Ausdruck noch besser, da sie die Zahl richtiger „Septem" nennen wegen der Ableitung, wie gesagt, von σεμνός (ehrwürdig) und σεβασμός (Verehrung).
