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Aber auch damit „brüsten sich die Juden“ nicht, dass „sie sich des Schweinefleisches enthalten“, als ob dies etwas Großes wäre, sonder dass sie die Natur der reinen und unreinen Tiere wahrgenommen, die Ursache dieses Unterschiedes erkannt und das Schwein zu den unreinen Tieren gestellt haben. Dies waren aber Sinnbilder gewisser Dinge für die Zeit bis zur Ankunft Jesu; nach dieser wurde seinem Jünger, der den Sinn dieser Anordnung noch nicht verstand und betonte: „Nichts Gemeines oder Unreines ist in meinen Mund gekommen“, die Antwort gegeben: „Was Gott gereinigt hat, das erkläre du nicht für gemein“1 .Es berührt also weder die Juden noch uns, wenn die Priester der Ägyptier sich nicht nur „des Schweinefleisches“, sondern „dazu noch des Fleisches von Ziegen, Schafen, Rindern und Fischen enthalten“. Aber da „nicht das, was in den Mund eingeht, den Menschen gemein macht“2 , und da „Speise und nicht zu Gott führen wird“3 , so bilden wir uns nichts darauf ein, wenn wir etwas nicht essen, wie wir auch nicht aus Lust an Völlerei zum Essen kommen. Deshalb mögen, soweit es uns betrifft, „die Pythagoreer“ immerhin „nichts Lebendiges genießen“. Man beachte aber, dass es nicht aus demselben Grunde geschieht, wenn „die Pythagoreer sich des Lebendigen enthalten“, und wenn unsere Asketen diese Enthaltung üben. Jene vermeiden es nämlich deshalb, „etwas von einem lebenden Wesen zu essen“, weil die Fabel von einer Wanderung der Seele von einem Leib in einen anderen redet. Und wer wird S. 505 „den eigenen Sohn am Altare schlachten mit Opfergebeten, der Tor“? Wenn aber wir solche Enthaltung üben, so tun wir es, weil wir „unseren Leib quälen und knechten“4 und töten wollen „die Glieder, die auf der Erde sind, Hurerei, Unreinigkeit, Lüsternheit, Leidenschaft, böse Begierde“5 , und bieten alles auf, um „die Handlungen des Leibes“6 zu töten.
