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Sollen wir aber unsere Antwort auf die Äußerung des Celsus, dass wir über die fraglichen Punkte die gleichen Ansichten wie die Juden hätten, genau und bestimmt fassen, so sagen wir; In dem Glauben, dass die1 Bücher von göttlichem Geiste geschrieben seien, stimmen wir mit ihnen überein, in der Auslegung ihres Inhalts aber weichen wir von ihnen ab. Wir leben ja auch nicht so wie die Juden, weil wir der Ansicht sind, dass die buchstäbliche Auslegung der Gesetze den Sinn der Gesetzgebung nicht erfasse. Wir behaupten, dass „wenn Moses gelesen wird, ein Schleier auf ihrem Herzen liegt“2 , weil der Sinn des mosaischen Gesetzes denen verborgen bleibt, die den durch Jesus Christus gezeigten Weg nicht wandeln wollen. Wir wissen aber auch, dass „wenn sich jemand zu dem Herrn bekehrt“3 - „der Herr aber ist der Geist“4 -, er entblößt von „dem Schleier“ „mit enthülltem Angesichte“die in den verborgenen Gedanken nach der Schrift5 „Herrlichkeit des Herrn“ wie „in einem Spiegel schaut“6 und zu seiner eigenen Herrlichkeit an der göttlichen Herrlichkeit Anteil hat. Was hier im Bilde als „Angesicht“ bezeichnet wird, ist, wenn man unverhüllter reden will, der Geist, in welchem sich „das Angesicht“ „nach dem innern Menschen“7 befindet, erfüllt S. 519 von Licht und „Herrlichkeit“, wenn er die wahre Bedeutung des Gesetzes erfaßt hat.
