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Darauf entgegnet sich Celsus nach Belieben selbst und sagt: " Er ist so wenig der einzige, von dem man berichtet, dass er zu dem Menschengeschlechte gekommen sei, dass sogar diejenigen, die wegen der Lehre vom Namen Jesu den Schöpfergott als einen geringeren Gott verlassen, und den Vater dessen, der gekommen ist, als einen höheren Gott angenommen haben, behaupten, auch vor diesem seien einige zu dem Menschengeschlecht gekommen, von dem Schöpfergott gesendet." Da es uns bei der Prüfung dieser Sache nur um Feststellung der Wahrheit zu tun ist, so geben wir zu, dass Apelles, der berühmte Schüler des Markion, welcher der Stifter einer gewissen Sekte wurde und die Schriften der Juden für sagenhaft hielt, die Behauptung aufstellt, "Jesus sei der einzige, der zu dem Menschengeschlecht gekommen wäre". Aber auch jenem gegenüber, der behauptete, "Jesus sei der S. 511 einzige", der, von Gott gesandt, "zu den Menschen gekommen wäre", dürfte wohl Celsus nichts ausrichten, wenn er sagt, es seien auch andere gekommen", da jener, wie wir vorher bemerkten, den Schriften der Juden mit ihren wunderbaren Berichten keinen Glauben schenkt; noch weit weniger aber würde jener wohl annehmen, was Celsus, wie es scheint, aus dem Buche Henoch anführt, ohne es verstanden zu haben. Niemand also kann uns "nachweisen", dass wir "lügen" und uns in solche "Widersprüche" verwickeln: unser Heiland "sei allein gekommen", und zwar nachdem viele "andere häufig gekommen sind". In ganz verworrener Weise aber führt Celsus da, wo er die Engel mustert, die zu den Menschen gekommen sind, übel verstandene Stellen aus dem Buche Henoch an. Er scheint diese selbst gar nicht gelesen zu haben und auch nicht zu wissen, dass die dem Henoch beigelegten Schriften in den Gemeinden gar nicht als göttlich angesehen werden. Aus diesen dürfte er wohl seine Behauptung entnommen haben, dass "sechzig oder siebenzig auf einmal" herabgestiegen seien, die "böse geworden wären".
