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Ferner sagt Celsus in seiner Darlegung über die Juden: „ Es ist auch nicht wahrscheinlich, dass diese bei Gott größere Ehre genießen und etwas mehr als die andern geliebt werden, und dass allein zu ihnen Boten von dorther geschickt werden, gerade so, als hätten sie eine Art Land der Seligen durchs Los erhalten; denn wir sehen, womit sie und ihr Land beehrt worden sind.“ Wir wollen auch diese Behauptung widerlegen, indem wir sagen: Dass dieses Volk „bei Gott größere Ehre genossen hat“, ersieht man auch daraus, dass der allmächtige Gott selbst von denen, die unserem Glauben fernstehen, der Gott der Hebräer genannt wird. Und da sie bei Gott in Ehren standen, solange sie von ihm nicht ganz verlassen wurden, so blieben sie, wenn auch gering an Zahl, doch beständig unter göttlichem Schutz. Und so geschah ihnen nicht einmal unter1 Alexander von Makedonien etwas zuleide, obgleich sie wegen gewisser Verträge und Eide ablehnten, die Waffen gegen Darius zu ergreifen. Damals sagt man, sei auch der jüdische Hohepriester, bekleidet mit dem Priestergewand, von S. 506 Alexander feierlich begrüßt worden, welcher erklärte, es sei ihm jemand, mit diesem Gewand angetan, im Traume erschienen und habe ihm die Unterwerfung von ganz Asien verheißen. Wir Christen sagen nun, dass das Glück, „bei Gott größere Ehre zu genießen und von ihm etwas mehr als die andern geliebt zu werden“, den Juden ganz besonders zuteil geworden, und dass diese Fürsorge und Gnade Gottes auf uns übergegangen ist, nachdem Jesus die unter den Juden wirksame Macht auf diejenigen von den Heiden übertragen hatte, die an ihn gläubig geworden waren. Deshalb haben die Römer, obwohl sie viele Anstrengungen machten, um das Weiterbestehen der Christen zu hindern, doch ihr Ziel nicht erreichen können. Denn für diese stritt eine göttliche Hand2 , die das Wort Gottes von dem einen Winkel im jüdischen Land4 aus über das ganze Menschengeschlecht aussäen wollte3 .
