7.
Nach einiger Zeit warf eine schwere Krankheit ihren Vater, der ein frommer Christ war, auf das Sterbelager. Da liess er die Seligen rufen und sagte: „Verzeiht mir, Kinder, dass ich, unsinnig verblendet, eine schwere Sünde begangen habe; denn aus Angst vor den Lästerreden böser Zungen widerstand ich eurem Wunsch, einen himmlischen Wandel zu führen, und tat euch wehe. Nun geh' ich zum Herrn, ihr aber sollt für alle Zukunft volle Freiheit haben, den frommen Entschluss auszuführen. Nur betet für mich, damit Gott, der Herr der ganzen Schöpfung, mir gnädig sei!“ Das hörten sie hocherfreut und gingen, nachdem er im Herrn entschlafen war, voll Zuversicht aus der grossen Stadt Rom hinweg und übten sich auf ihren Landgütern eifrig in aller Tugend, denn sie wussten wohl, dass sie nicht imstande seien, dem Herrn ein reines Opfer darzubringen, es sei denn, sie gingen der Welt aus dem Wege, wie geschrieben steht: „Höre, Tochter, und sieh' und neige dein Ohr und vergiss dein Volk und das Haus deines Vaters, und der König wird Verlangen fragen nach deiner Schönheit“.1
Ps 44,1 f. ↩
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