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Inzwischen stieg zum Seligen ein früherer Konsul und Präfekt namens Kyros hinauf, ein sehr gläubiger und kluger Mann. Der war durch seinen großen Scharfsinn zu allen diesen hohen Ämtern gelangt, aber zuletzt doch den Ränken des Gardeoffiziers Chrysaphios 441 zum Opfer gefallen und in einer kleinen Stadt Kotyaios in Phrygien als Bischof geweiht worden, und da er die Sachlage durchschaute, gab er nach, um nicht sein Leben schlimm zu enden. Aber nach dem Tode des Kaisers Theodosios 450 hatte er die priesterliche Würde niedergelegt und sichwieder in den Laienstand begeben, und blieb darin bis zum Ende seines Lebens, und er lebte noch unter der Regierung des Kaisers Leo frommen Angedenkens. Und all sein Vermögen schenkte er der Kirche. Dieser Mann also hatte eine Tochter namens Alexandria, die von einem bösen Geiste gequält wurde, und er hatte sie zum heiligen Daniel gebracht, als er noch in dem Tempel war. Und durch seine Tränen und Gebete hatte sie der Heilige in ganzen sieben Tagen von dem Dämon befreit. Seitdem bestand eine liebevolle, feurige Zuneigung zwischen ihnen. Kyros kam nun herauf, als die Säule aufgestellt wurde und fragte, wer sie errichten lasse? Und als er erfuhr, daß es Gelanios, des Kaisers Offizier sei, dem auch der Platz gehöre, da wurde er zuerst zornig, daß der Heilige von jenem, der ihm solche Beschimpfungen angetan, dies angenommen habe. Hätte ich nicht viel eher dies tun können, wenn einmal eine Änderung geschehen S. 15 sollte? Aber der Heilige redete ihm zu, daß er es von jenem angenommen habe, um ihm kein Ärgernis zu geben. Gott werde ihm auch seinen guten Willen schon lohnen, und entließ ihn mit einer gesegneten Gabe.
