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Als der Kaiser aber heimkehren wollte, warf ihm der stets auf die Trefflichen neidische Teufel, erzürnt durch die tiefe und große Zuneigung des Kaisers zu dem Heiligen, eine todbringende Schlinge über. Denn sein Pferd tänzelte, stieg steil empor und stürzte rücklings mit ihm zur Erde, und der Bogen des Sattels traf die Stirn des Kaisers und hätte ihn beinahe erschlagen. Aber die Krone auf seinem Haupte bekam einen Stoß und verlor einen Teil der Perlen, die hinten lose auf seinen Hals herabhingen. Der Kaiser aber blieb nach Gottes Willen unverletzt. Und als er in die Stadt heimkam, zeigte sich die Fügung Gottes. Denn der Kaiser war nun zornig auf den Jordanes, S. 23 seinen Oberstallmeister: und als der von der Drohung des Kaisers hörte, ergriff ihn Furcht und er floh zur Mandra des Heiligen. Hier lauschte er beständig den Ermahnungen des Gerechten und gab schließlich den Glauben der Arianer auf und nahm den wahren Glauben an: und zugleich wurde ihm der Kaiser wieder gnädig.
Als aber der Kaiser frommen Angedenkens hörte, daß der Heilige in Sorge sei wegen des Unfalls, den er auf dem Wege erlitten, schickte er sofort den Oberkammerherrn Kalapodios zum Heiligen und ließ ihm sagen: Dein Engel möge keine Sorge um mich haben, denn durch eure frommen Gebete bin ich unverletzt bewahrt worden. Und jetzt weiß ich auch, woher das gekommen ist: als ich deinen heiligen Engel besuchte, hätte ich nicht vor deinen Augen zu Pferde steigen sollen. Aber bitte Gott, mir meinen Unverstand zu verzeihen. Und nun erkennet, liebe Leser, die Beschämung des Bösen: denn da er dachte, für sich etwas zu gewinnen, wurde er nur noch mehr zu schanden. Denn der fromme Kaiser ließ sich einen Palast im Bezirk des heiligen Michael bauen und brachte die meisten Tage dort zu und wurde unzertrennlich von dem Heiligen. Und künftig stieg er vom Pferde, sobald er von ferne den Heiligen erblickte, und ebenso bestieg er beim Heimweg sein Pferd nicht, ehe jener den Blicken entschwunden war.
