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Celsus meint aber auch, dass „ diejenigen, welche ihre Verteidigung der Lehre und Person Christi auf die Propheten gründeten, nichts zur Sache Gehöriges sagen könnten, sobald dort über die Gottheit etwas Böses oder Häßliches oder Unreines oder Verruchtes gesagt zu sein scheine“ Deshalb zieht er auch, wie wenn hier keine Verteidigung möglich wäre, eine ganze Reihe von Folgerungen aus Zugeständnissen, die ihm gar nicht gemacht werden. Man muß [aber] wissen, dass diejenigen, welche nach den göttlichen Schriften leben wollen und einsehen, dass „die Erkenntnis des Unverständigen ungeprüfte Worte sind“1 , und das Wort gelesen haben: „Immer bereit zur Verantwortung gegen jeden, der von uns Rechenschaft fordert über die Hoffnung in uns“2 , dass diese nicht lediglich zu der Behauptung ihre Zuflucht nehmen, solche Dinge „wären vorausgesagt worden“. Sie versuchen vielmehr, auch diese scheinbaren Widersprüche zu lösen und zu zeigen, dass diese Stellen nichts „Böses noch Häßliches noch Unreines oder Verruchtes“ enthalten, sondern, wie man annehmen muß, nur bei denen, die die Heilige Schrift nicht verstehen, einen solchen Inhalt bekommen. Celsus hätte aber aus den Propheten anführen sollen, was in diesen ihm „böse“ zu sein scheint, oder was er als „häßlich“ ansieht oder für „unrein“ hält, oder was nach seiner Annahme „verrucht“ ist, wenn er wirklich solche Dinge in den Schriften der S. 655 Propheten entdeckte; dann hätte er mit seinen Worten mehr Eindruck gemacht und seine Absicht besser gefördert. Nun aber hat er keine derartigen Stellen angeführt, sondern „hält uns unter Drohungen vor“, dass solche Dinge in den Schriften ständen, eine Behauptung, die er erlogen hat. Es wäre unvernünftig, wollten wir uns dem leeren Schall von Worten gegenüber verteidigen, um zu zeigen, dass in den Schriften der Propheten nichts „Böses oder Häßliches oder Unreines oder Verruchtes“ enthalten sei.
