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Aber auch für diesen Satz des Celsus: „ Ist aber nicht über die einzelnen Dinge gesetzt und mit Macht vom höchsten Gott ausgestattet, wer immer irgendeines Werkes für würdig erachtet worden ist? “ bedarf man eines sehr tiefen Wissens, wodurch man darlegen kann, ob etwas in der Weise, wie die Scharfrichter in den Städten und wie solche Leute, die mit Vollziehung der grausamen, aber in den Staaten notwendigen Dienste betraut sind, böse Dämonen von dem Worte Gottes, das alle Dinge leitet, die Besorgung gewisser Geschäfte erhalten haben; oder ob die Dämonen, vergleichbar den Räubern in den Wüsten, die sich irgendeinen zum Führer setzen, gleichsam an den1 Orten der Erde Gruppen bilden und sich selbst irgendeinen Herrscher geschaffen haben, der sie bei den Handlungen, welche sie, um Menschenseelen zu stehlen und zu rauben, vollbringen wollen, führen und leiten soll. Wer aber über diese Dinge richtig sprechen will, um für die Christen, die nichts anderes verehren außer dem allmächtigen Gott und dem „Erstgeborenen aller Schöpfung“, seinem Wort2 , die Verteidigung zu führen, muß auch die Worte erklären:
„Alle, so viele vor mir kamen sind Diebe und Räuber und die Schafe haben auf sie nicht gehört“3 , sowie diese: „Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu verderben“4 , und andere Stellen der heiligen Schriften, in denen etwas Ähnliches ausgesprochen ist, wie zum Beispiel diese: „Siehe, S. 731 ich habe euch Vollmacht gegeben, zu wandeln über Schlangen und Skorpionen und über alle Gewalt des Feindes hin, und nichts soll euch schaden“5 , und die folgende: „Über Nattern und Schlangen wirst du schreiten, und Löwen und Drachen zertreten“6 . Doch von diesen Dingen hatte Celsus durchaus keine Kenntnis; denn sonst hätte er nicht sagen können: „ Hat nicht das, was in der Welt geschieht, mag es ein Werk Gottes oder der Engel oder anderer Dämonen oder Heroen sein, sein Gesetz von dem höchsten Gott? Ist nicht über die einzelnen Dinge gesetzt und mit Macht ausgestattet, wer immer dessen für würdig erachtet worden ist? Diesem nun, der von dorther Vollmacht erhalten hat, sollte der Verehrer Gottes nicht mit Fug und Recht dienen?“ Diesen Worten fügt er dann noch den Satz hinzu: „ Es ist ja nicht möglich, dass derselbe Mensch mehreren Herren Dienste leiste7 “ Hierüber werden wir in dem folgenden Buche sprechen; denn das siebente Buch, das wir gegen die Schrift des Celsus abgefaßt haben, ist bereits groß genug geworden.
