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Der Psalmist bezeugt es, daß nach göttlicher Entscheidung schlimme Ereignisse von gewissen bösen Engeln verursacht werden, wenn er sagt: „Er sandte wider sie den Grimm seines Zornes, Zorn und Grimm und Drangsal, Gaben böser Engel.“ Ob aber außer diesen Drangsalen noch etwas anderes geschähe, wenn die Dämonen, die dies immer tun wollen, aber daran gehindert, es nicht immer können, die Befugnis dazu erhielten, das mag, wer dazu imstande ist, prüfen, indem er sich, soweit dies menschlicher Natur möglich ist, die göttliche Entscheidung über die auf einmal erfolgende Trennung vieler Seelen vom Körper vorstellt, die derartige, mitten in den Tod hineinführende Wege gehen. Denn „groß sind die Gerichte Gottes“ und eben wegen ihrer Größe von einem Geiste nicht zu fassen, der noch in einen sterblichen Leib eingeschlossen ist; S. 769 deshalb sind sie auch „schwer zu erklären“, für „nicht unterrichtete Seelen“ aber in keiner Weise erkennbar. Das ist auch der Grund, warum voreilige Menschen durch ihre Unkenntnis in diesen Dingen und ihre kecke Stellungnahme gegen die Gottheit die frevelhaften, gegen die Vorsehung gerichteten Lehren Macht gewinnen lassen.
Nicht „von Dämonen“ also „empfangen wir“ unsere einzelnen Lebensbedürfnisse, besonders wenn wir gelernt haben, davon nur soviel, als nötig ist, zu gebrauchen; auch sind nicht diejenigen, welche Brot und Wein und Baumfrüchte und Wasser und Luft zu sich nehmen, „Tischgenossen von Dämonen“, sondern vielmehr von Engeln Gottes, die als Aufseher über diese Dinge gesetzt sind und gleichsam in das Haus des Frommen eingeladen werden, der dem Gebote der Schrift gehorsam ist, welches lautet: „Ihr mögt essen, ihr mögt trinken, ihr mögt irgend etwas tun, so tut alles zur Ehre Gottes!“ Und wieder an einer anderen Stelle heißt es: „Ihr mögt essen, ihr mögt trinken, so tut alles im Namen Gottes!“ Wenn wir nun zur Ehre Gottes „essen und trinken und atmen“ und in allem nach seinem Worte handeln, so speisen wir mit keinem der Dämonen, sondern vielmehr mit den Engeln Gottes zusammen. „Denn jedes Geschöpf Gottes ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird; denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und das Gebet.“ Es könnten aber die genannten Dinge nicht „gut“ sein und nicht „geheiligt werden“, wenn ihre Obhut „den Dämonen“, wie Celsus glaubt, „anvertraut wäre“.
