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Wenn uns Celsus nun in seiner Schrift „ganz und gar aus dem Leben“ wegweist, damit, wie er meint, „eine solche Menschenart wie wir auf Erden gänzlich ausgerottet würde“, so werden wir doch auf dem [Grund und Boden] unseres Schöpfers nach den Gesetzen Gottes leben und keineswegs den Gesetzen der Sünde dienstbar werden wollen. Auch „Frauen werden wir heimführen“, wenn wir dies begehren, und Kinder, die uns in unserer Ehe geschenkt sind, werden wir1 aufnehmen. Wenn es aber sein muß, werden wir auch „an den Freuden des Lebens teilnehmen und die uns auferlegten Übel“ als Versuchungen der Seele „ertragen“. Denn so pflegen die heiligen Schriften die Widerwärtigkeiten im Menschenleben zu nennen, durch welche die Seele des Menschen wie Gold im Feuer S. 801 geprüft und dann entweder zur Rechenschaft gezogen oder als der Bewunderung würdig erwiesen wird. Und dem gegenüber, was Celsus „Übel“ nennt, sind wir so vorbereitet, daß wir auch sprechen können: „Prüfe mich, Herr, und versuche mich; erprobe meine Nieren und mein Herz!“ Denn niemand „erhält den Siegeskranz, wenn er nicht ordnungsmäßig“ hier auch auf Erden, mit „dem Leibe der Erniedrigung“ bekleidet, „gekämpft hat“.
Außerdem Aber „erweisen wir“ auch nicht die angeblich „gebührenden Ehren“ denjenigen, welche nach Angabe des Celsus „mit den irdischen Dingen betraut sind“. Denn „wir beten den Herrn, unseren Gott, an und dienen ihm allein“, beseelt von dem Wunsche, das Beispiel Christi nachzuahmen, der dem Teufel, welcher zu ihm sprach: „Dies alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest“, zur Antwort gab: „Du sollst vor dem Herrn, deinem Gott, niederfallen und ihm allein dienen.“ Und zwar „erweisen wir“ deshalb nicht die angeblich „gebührenden Ehren“ denjenigen, welche nach der Äußerung des Celsus „mit den irdischen Dingen betraut sind“, weil „niemand zwei Herren dienen kann“ und wir nicht zugleich „Gott und dem Mammon dienen“ können, mag nun die Bezeichnung Mammon irgendeiner Einheit oder einer Mehrheit zukommen. Wenn man aber „durch Übertretung des Gesetzes den Gesetzgeber entehrt“, so scheint uns dies klar zu sein: Da zwei Gesetze, das Gesetz Gottes und das Gesetz des Mammons, im Widerspruch zueinander stehen, so ist es vorzuziehen, daß wir „durch Übertretung des Gesetzes“ des Mammons den Mammon „entehren“, um Gott durch Beobachtung seines Gesetzes zu ehren, als daß wir Gott „durch Übertretung seines Gesetzes entehren“, um den Mammon durch Beobachtung seines Gesetzes zu ehren.
gut ↩
