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Jedenfalls vermutete Celsus, daß, wer solche Dinge kennengelernt hätte, leicht zur Zauberei verleitet werden könnte; auch war er sich wohl des Schadens bewußt, den die Hörer dieser Lehre nehmen würden. Deshalb sagt er: "Davor freilich muß man sich hüten, daß man in der Pflege dieser Dinge ganz aufgehe, wenn man sich mit ihnen befaßt, und daß das Höhere und Bessere, wenn man sich von ihm aus Liebe zum Körper abgewandt hat, ganz der Vergessenheit anheimfalle. Denn man darf wohl weisen Männern den Glauben nicht versagen, die ja betonen, daß der größte Teil der irdischen Dämonen mit der Zeugung eng zusammenhänge und an Blut und Fettdampf gebunden und durch Gesänge und andere solche Dinge gefesselt sei und deshalb nichts Besseres ausrichten könne, als den Körper zu heilen und1 Menschen und2 Städten ihr künftiges Geschick vorherzusagen, und daß sich ihr Wissen und ihre Wirksamkeit nur auf alle menschlichen Handlungen bezöge".
S. 806 Wenn also über diesen Punkt eine so große Unsicherheit herrscht, wie auch der Feind der göttlichen Wahrheit bezeugt, ist es da nicht viel besser, sich von allem Argwohn, man könne mit solchen Dämonen "eng zusammenhängen" oder "den Körper lieben" und sich "von dem Besseren abwenden", so daß "das Bessere ganz der Vergessenheit anheimfalle", freizuhalten und sich vielmehr dem über allen waltenden Gotte gläubig anzuvertrauen durch Jesus Christus, der uns eine solche Lehre gegeben hat, und von jenem allen Beistand und Schutz durch heilige Engel und Gerechte zu erbitten, damit sie uns vor "den irdischen Dämonen" bewahren, die "mit der Zeugung eng zusammenhängen und an Blut und Fettdampf gebunden sind" und durch ungewöhnliche "Gesänge" angezogen und durch andere derartige Dinge gefesselt werden" und eingestandenermaßen auch nach dem Urteil des Celsus "nichts Besseres ausrichten können, als den Körper zu heilen"? Ich möchte aber behaupten: Es ist gar nicht ausgemacht, daß diese Dämonen, mag man sie auch noch so sehr verehren, imstande sind, "die Körper gesund zu machen". Sondern man muß "die Heilung der Körper", wenn man einfacher und nach dem gewöhnlichen Brauch in Leben verfahren will, auf ärztlichem Wege bewirken; will man aber ein besseres Mittel als die große Menge anwenden, so diene man dem über allen waltenden Gott in Frömmigkeit und richte seine Gebete3 an ihn.
