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Celsus versteht sich nun, glaubich, nachdem er so eingehend über die "des Fettdampfs und Blutes" bedürftigen Kämonen gesprochen hat, gleichsam zu einem jämmerlichen Widerruf und sagt: "Man muß vielmehr glauben, daß die Dämonen nichts begehren und nichts bedürfen, sich aber über die freuen, die ihnen gegenüber Frömmigkeit üben." Wenn Celsus dies für Wahrheit hielt, so hätte er jene Behauptungen1 nicht aufstellen und diese streichen sollen. Aber die menschliche Natur wird ja nicht vollständig von Gott und seiner eingeborenen Wahrheit im Stich gelassen. Deshalb hat auch Celsus in dem Abschnitt über "Fettdampf und Blut", wonach "die Dämonen verlangen" die Wahrheit gesprochen, ist aber wieder infolge seiner eigenen Schlechtigkeit in die Unwahrheit hineingeraten und vergleicht die Dämonen mit Menschen, die ihre Pflichten in vollkommen gerechter Weise erfüllen, wenn ihnen auch niemand dafür Dank weiß, und die denjenigen Gutes tun, die ihnen mit Dankbarkeit vergelten.
Celsus scheint mir an dieser Stelle in Verwirrung zu geraten und bald von den Dämonen in seinen Grundsätzen erschüttert zu werden, bald aber auch von seiner Verblendung, die er jenen verdankt, wieder zur Vernunft zurückzukehren und einen kleinen Schimmer der Wahrheit zu erblicken. Er fügt nämlich noch hinzu: "Von Gott aber darf man auf keine Weise irgendwie ablassen, weder bei Tage noch bei Nacht, weder in der Öffentlichkeit noch im Privatleben mit jedem Wort und jedem Werk von Anfang bis zu Ende; aber S. 810 sicherlich soll die Seele sowohl mit diesen als auch ohne sie immer nach Gott hin gerichtet sein." Ich verstehe aber den Ausdruck "mit diesen" so, d.h. mit der Öffentlichkeit und mit jedem Werk und mit jedem Wort".
Dann wieder richt gleichsam der Verstand des Celsus mit den Verrücktheiten, die ihm die Dämonen eingeflößt haben, und gibt sich in den meisten Punkten besiegt, indem er hinzufügt und sagt: "Wenn die Sache so steht, was ist es dann Schlimmes, sich die Herrscher dieser Welt geneigt zu machen, die andern sowohl als auch die über die Menschen herrschen den Fürsten und Könige, da auch diesen nicht ohne dämonische Kraft ihre irdischen Würden erhalten haben?" In den früheren Abschnitten suchte Celsus, soviel an ihm lag, unsere Seele zu den Dämonen herabzuziehen; jetzt aber will er, daß wir uns auch "die über die Menschen herrschenden Fürsten und Könige geneigt machen sollen". Da das Leben und die Geschichte voll von ihnen ist, so habe ich es jetzt nicht für notig gehalten, die betreffenden Beispiele anzuführen.
von den Dämonen ↩
