17.
Hierauf sagt Celsus, daß wir uns „scheuten, Altäre und Götterbilder und Tempel zu errichten“; er meint nämlich, daß „das Vertrauen auf eine unsichtbare und geheimnisvolle Gemeinschaft“ unsere „Losung“ sei. Er sieht nicht, daß für uns „Altäre“ dasselbe bedeuten, wie der Wille eines jeden Gerechten, von dem in wahrhafter und geistiger Weise wohlriechende „Weihrauchopfer“ emporsteigen, nämlich „die Gebete“, die aus einem reinen Gewissen kommen. Deshalb heißt es bei Johannes in der Offenbarung: „Die Weihrauchopfer aber sind die Gebete der Heiligen“ und bei dem Psalmisten: Mein Gebet sei wie ein Weihrauchopfer vor dir!"
„Götterbilder“ aber und Gott gebührende Weihgeschende, die nicht von gewöhnlichen Handwerkern angefertigt sind, sondern von dem Worte Gottes in uns klar und deutlich gestaltet werden, das sind die Tugenden, die Abbilder „des Erstgeborenen aller Schöpfung“, in dem das Musterbild der Gerechtigkeit und Besonnenheit und Tapferkeit und Weisheit und Frömmigkeit und den Aufbau der übrigen Tugenden verschafft haben, sind solche „Götterbilder“ errichtet, durch welche nach unserer Überzeugung das Urbild aller „Götterbilder“, „das Abbild des S. 751 unsichtbaren Gottes“, „Gott, der eingeborene Sohn“, in geziemender Weise geehrt wird. Auch diejenigen, welche „den alten Menschen mit seinen Taten ausziehen und den neuen anziehen, der erneuert wird zu Erkenntnis nach dem Bilde seines Schöpfers“, welche also „dem Bilde des Schöpfers“ ähnlich werden, errichten in sich solche „Götterbilder“, wie sie der über allen waltende Gott wünscht.
Wie aber unter den Bildhauern und Malern die einen wunderbare Werke schaffen, zum Beispiel unter den ersteren Phidias oder Polyklet, unter den letzteren Zeuxis und Apelles, während andere weniger gute Bildwerke verfertigen, und wieder andere noch Geringeres leisten als die Meister zweiten Ranges, und wie überhaupt bei der Herstellung der Götterbilder und Gemälde eine große Verscheidenheit besteht: ebenso gibt es einige, die in besserer Weise [als andere] und mit vollkommenem Verständnis „Bilder“ des allmächtigen Gottes zu gestalten vermögen, so daß der von Phidias geschaffene Olympische Zeus mit demjenigen, welcher „nach dem Abbild Gottes, des Schöpfers“, gestaltet ist, gar nicht verglichen werden kann. Weit besser aber und herrlicher als alle diese Bilder, welche in den geschaffenen Dingen sind, ist jenen [das Bild], das in unserem Erlöser ist, der von sich sagt: Der Vater ist in mir."
