68.
S. 816 Hierauf sagt Celsus: "Man darf einem Mann aus alter Zeit nicht mißbrauchen, der schon längst das Wort gesprochen hat: "Einer nur König, dem es schenkte der Sohn des verschlagenen Kronos".
Er fügt die Bemerkung hinzu: "Denn wenn du diesen Grundsatz aufhebst, so wird dich natürlich der König strafen. Handelten nämlich alle so wie du, so wird nichts im Wege stehen, daß er allein und einsam übrigbleibt, die Herrschaft auf Erden aber den gesetzlosesten und wildesten Barbaren zufällt und daß weder von deiner Gottesverehrung noch von der wahren Weisheit unter den Menschen ferner eine Kunde übrigbreibt" "Einer" nun "soll Herrscher sein, einer nur König", nicht der, "dem es der Sohn des verschlagenen Kronos", sondern der, dem es1 gegeben hat; denn dieser "setzt Könige ein und ab" und "erweckt zur rechten Zeit auf Erden einen tüchtigen Herrscher". Nicht "des Kronos Sohn", der seinen Vater entthront und in den Tartaros gestürzt hat, wie die griechischen Sagen ezählen, ist es, der "Könige einsetzt", auch dann nicht, wenn man diese Dinge bildlich auffassen wollte, sondern Gott ist es, der das Weltall leitet und [das Rechte] weiß, das er auch immer hinsichtlich der Einsetzung der Könige tun mag. "Wir heben also den Satz auf: dem es schenkte der Sohn des verschlagenen Kronos", da wir überzeugt sind, daß ein Gott oder der Vater eines Gottes mit Versschlagenheit und Hinterlist durchaus nichts zu tun hat. Die Lehre von der Vorsehung aber und von dem, was sie unmittelbar oder mittelbar ins Werk setzt, heben wir nicht auf. Aber "natürlich straft" uns auch "der König" nicht, wenn wir sagen, daß nicht "der Sohn des S. 817 verschlagenen Kronos" ihm der Herrschaft "verliehen", sondern derjenige, welcher "Könige stürzt und erhebt". Und "ebenso" wie ich "sollten alle handeln" und "den Satz" Homers "aufheben", denjenigen Gottes vom "König" aber bewahren und die Mahnung : "Ehret den König " beachten. Und [deshalb] wird, bei solcher Voraussetzung wenigstens, "der König weder allein übrig bleigen" noch "einsam" sein, noch wird "die Herrschaft auf Erden den gesetzlosesten und wildesten Barbaren" zufallen. "Handelten nämlich", wie Celsus sagt, "alle so" wie wir, so werden natürlich auch "die Barbaren", die sich dem Worte Gottes zugewendet haben, ganz gesetzlich und gesittet sein. Dann wird auch alle andere Gottesverehrung aufgehoben werden, die christliche aber wird "allein" die Herrschaft haben; diese wird einst deshalb "allein" herrschen, da die christliche Lehre immerfort mehr Seelen gewinnt.
Gott ↩
