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Celsus wirft auch, damit man glaube, er habe das Buch Genesis gelesen, eine Bemerkung über „die Taube“ hin1 ohne mit einem einzigen Worte beweisen zu können, dass die Erzählung von der Taube erdichtet sei. Dann verwandelt er, wie er ja die Schriftworte nach der lächerlichen Seite hin umzubilden pflegt, „den Raben“2 in „eine Krähe“, und glaubt, Moses „habe“ in diesem Berichte die griechische Sage von „Deukalion leichtfertig behandelt“, wenn er nicht vielleicht der Ansicht ist, das Buch sei nicht von Moses, sondern von mehreren andern verfaßt, denn darauf deuten seine Worte hin: „ indem sie die Geschichte von Deukalion verfälschen und leichtfertig behandeln“, und diese: „Denn sie erwarteten wohl nicht, dass diese Dinge ans Licht kommen würden.“ Aber wie sollten sie, die ihre Schriften einem ganzen Volke gaben, nicht „erwartet haben, dass sie ans Licht kommen würden“, sie, die noch dazu die Weissagung gaben, dass diese Religion dereinst allen Völkern verkündet werden würde? Wenn aber Jesus zu den Juden sagte; „Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volke gegeben werden, das die Früchte desselben hervorbringt“3 , was bezweckte er anderes, als selbst mit göttlicher Kraft die ganze jüdische heilige Schrift, welche die Geheimnisse vom Reiche Gottes enthält, „an S. 356 das Licht“ hervorzubringen? Wenn man ferner die Theogonien der Griechen und ihre Geschichten von den zwölf Hauptgottheiten liest, so sucht man sie durch sinnbildliche Deutung ehrwürdig zu machen; will man aber unsere Schriften verspotten, so erklärt man sie „geradezu für Märchen, erzählt für unmündige Kinder“.
