41.
Hierauf bringt Celsus solche Dinge vor; „Dann1 von einer Überschwemmung2 und von einem wunderlichen Kasten, der alles in sich barg3 , und von einer Taube und von einer Krähe als Boten4 , indem sie die Geschichte von Deukalion verfälschen und leichtfertig S. 354 behandeln. Denn sie erwarten wohl nicht, dass diese Dinge ans Licht kommen würden, sondern haben sie geradezu als Märchen für unmündige Kinder erzählt.“ Man beachte in diesen Worten den eines Philosophen unwürdigen Hass des Mannes gegen die uralte heilige Schrift der Juden. Er fand nämlich keinen Grund, die Erzählung „von der Überschwemmung“ zu schmähen; er überlegte auch nicht, was er gegen „den Kasten“ und seine Größenverhältnisse sagen konnte, und behauptete auch nicht, dass die Arche, die nach der Auffassung der großen Menge ein Ausmaß von „dreihundert Ellen“ in der Länge, „fünfzig“ in der Breite und „dreißig“ in der Höhe hatte5 , unmöglich die auf Erden lebenden Tiere, die reinen zu je vierzehn und die unreinen zu je vier6 , habe aufnehmen können; sondern er sprach ganz einfach „von einem wunderlichen Kasten, der alles in sich barg“. Was ist denn „wunderlich“ an der Arche, die, wie berichtet wird, in hundert Jahren erbaut wurde und sich bei einer Länge von dreihundert Ellen und einer Breite von fünfzig, welche ihre Bodenfläche maß, am Ende ihrer Höhe, die dreißig Ellen betrug, in eine Fläche, die nur eine Elle lang und ebenso breit war, zusammenzog?7 .
Muss man ein solches Gebäude vielmehr bewundern, das einer bedeutenden Stadt nicht unähnlich war, wenn man die Maße so rechnet, wie sie gemeint sind, dass nämlich ihr Boden Neunzigtausend Ellen lang und zweitausendfünfhundert Ellen breit war? Verdient nicht der Bauplan Bewunderung, wonach die Arche so stark zusammengefügt war, dass sie die Gewalt eines Unwetters, durch das „Überschwemmung“ erzeugt wurde, auszuhalten vermochte? Und doch war sie weder mit Pech noch mit S. 355 irgendeinem andern derartigen Stoffe, sondern nur mit Erdharz fest verstrichen8 . Muss es nicht endlich Staunen erregen, dass durch die göttliche Vorsehung Tierpaare von jeglicher Art in die Arche hineingebracht wurden9 , damit die Erde wiederum Samen von allen Lebewesen hätte, und dass sich Gott hierzu des gerechtesten Mannes bediente, der der Stammvater aller werden sollte, die nach der Sintflut geboren wurden?10
