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Celsus deutet ferner auf „ den Hass“ hin, ich glaube des Esau gegen Jakob1 , jenes Esau, den die Schrift als einen bösen Menschen schildert; und ohne die Geschichte von Symeon und Levi deutlich anzuführen, die **„ ausgezogen waren, um die Schändung ihrer Schwester“ durch den Sohn des Königs vom Sichem „zu rächen“2 , macht er den beiden Vorwürfe. Mit den „verkaufenden Brüdern“ meint er dann die Söhne Jakobs, mit dem S. 361 „verkauften Bruder“ den Joseph3 und mit dem „getäuschten Vater“, den Jakob, da dieser keinen Argwohn gegen seine Söhne hegte, als diese „den bunten Rock“ des Joseph zeigten, sondern ihnen Glauben schenkte und den Joseph, der in Ägypten Sklavendienste verrichtete, als gestorben betrachtete. Man beachte, wie gehässig und wahrheitswidrig Celsus die einzelnen Teile der Geschichte zusammengestellt hat. Wo ihm die Geschichte Anlaß zu einer Anklage zu enthalten schien, da führt er sie an; wo dagegen die Probe einer bemerkenswerten Enthaltsamkeit gegeben ist - wenn sich nämlich Joseph dem Liebesverlangen der Frau, die als seine Herrin galt, trotz ihrer Bitten und Drohungen nicht willfährig zeigte4 -, da erwähnt er die Geschichte gar nicht. Wir dürfen doch wohl einsehen, dass die uns überlieferte Handlungsweise des Bellerophon weit von dem übertroffen wird, was Joseph getan hat, der sich lieber in das Gefängnis werfen lassen, als seine Keuschheit verlieren wollte5 . Obwohl er also imstande war, sich zu verteidigen und der Anklägerin gegenüber sein Recht zu behaupten, so schwieg er doch großherzig still und stellte seine Sache Gott anheim.
