15.
Jenes Wesen aber, das zu den Menschen herabstieg, "war in Gottes Gestalt"; und aus Liebe zu den Menschen "entäußerte er sich selbst", damit er der menschlichen Fassungskraft erreichbar wäre1. Er hat aber doch wohl keine Veränderung vom "Guten zum Schlechten" erfahren, denn "Sünde tat er nicht"2, auch nicht vom "Schönen zum Häßlichen", denn "er kannte keine Sünde"3, auch kam er nicht "vom Glück zum Unglück", sondern er erniedrigte sich zwar selbst"4, verlor aber nichts von seiner Glückseligkeit, auch als er sich zum Nutzen für unser Geschlecht erniedrigte. Er erfuhr aber auch keinerlei "Verwandlung von dem besten zu dem schlimmsten Zustand", denn wie sollte das Gute und Menschenfreundliche "den schlimmsten Zustand" bedeuten? Oder es wäre an der Zeit, zu sagen, dass auch der Arzt, wenn er schreckliche Dinge sieht und sich mit widrigen Sachen befassen muss, um die Kranken zu heilen5, "vom Guten zum Schlechten oder vom Schönen zum Häßlichen oder vom Glück zum Unglück" käme. Freilich entgeht der Arzt, wenn er die schrecklichen Dinge sieht und sich mit den widrigen Sachen befassen muss, keineswegs der Gefahr, in dieselben (Krankheiten) verfallen zu können. Derjenige aber, der "die Wunden" unserer Seelen durch das in S. 314 ihm wohnende Wort Gottes heilt6, war selbst unempfänglich für alle Sünde. Wenn aber der unsterbliche "Gott, das Wort"7, weil es einen sterblichen Leib und eine menschliche Seele angenommen hat, dem Celsus sich "zu wandeln und anders zu gestalten" scheint, so mag er lernen, dass "das Wort" seinem Wesen nach immer "Wort" bleibt und deshalb von den Leiden, die den Leib und die Seele treffen, nicht berührt wird, bisweilen aber zu dem, der seine Strahlen und den Glanz seiner Göttlichkeit nicht anzuschauen vermag, "herabsteigt" und gleichsam "Fleisch wird"8 und in körperlicher Weise angesprochen wird, bis derjenige, der es in solcher Gestalt aufgenommen hat, allmählich durch das Wort erhoben, auch seine, wenn ich so sagen darf, vorzüglichste "Gestalt" schauen kann9.
