1. Kapitel1
Cornelius entbietet seinem Bruder Cyprianus seinen Gruß.
So große Unruhe und Angst wir um diese Bekenner ausgestanden haben, die, durch die List und S. 155 Bosheit des schlauen und abgefeimten Menschen umgarnt und fast verführt, sich von der Kirche losgesagt hatten, so groß war unsere Freude, so innig ist jetzt unser Dank gegen den allmächtigen Gott und unseren Herrn Christus, nachdem sie ihren Irrtum erkannt und die giftige Schlangentücke des boshaften Menschen2 durchschaut haben und, wie sie selber aus Herzensgrund bekennen, in aufrichtiger Gesinnung zu der Kirche zurückgekehrt sind, die sie verlassen hatten. Und zuerst meldeten uns Brüder von bewährter Glaubenstreue, die den Frieden lieben und die Einigkeit wünschen, ihr früherer Stolz habe nunmehr einer milderen Stimmung Platz gemacht; wir hatten jedoch noch kein genügendes Vertrauen, so daß wir an ihre plötzliche Wandlung so leicht hätten glauben können. Hernach aber kamen die Bekenner Urbanus und Sidonius zu unseren Mitpriestern und bestätigten, der Bekenner und Presbyter Maximus wünsche, zusammen mit ihnen in den Schoß der Kirche zurückzukehren. Weil aber viele Machenschaften von ihnen vorausgegangen waren, die auch du von unseren Mitbischöfen und aus meinen Briefen erfahren hast, so daß man ihnen nicht so ohne weiteres Glauben schenken konnte, so wollte ich das, was sie durch ihre Abgesandten hatten ausrichten lassen, erst aus ihrem eigenen Munde bestätigt hören. Als sie nun kamen und von den Presbytern wegen ihres Verhaltens vernommen wurden, weil erst jüngst an alle Kirchen wiederholt von Verleumdungen und Schmähungen strotzende Briefe in ihrem Namen gekommen seien und dort fast überall Verwirrung angerichtet hätten, da beteuerten sie, man habe sie nur übertölpelt, und sie hätten von dem Inhalt der betreffenden Briefe gar keine Ahnung gehabt, sondern lediglich unterschrieben; durch seine Schlauheit verführt, hätten sie sich auch zum Schisma verleiten lassen und eine Spaltung herbeigeführt, indem sie ihm wie bei einer Bischofsweihe die Hände auflegen ließen. Nachdem man ihnen diese und ihre anderen Verirrungen S. 156 vorgehalten hatte, baten sie flehentlich, alles ihnen zu verzeihen und zu vergessen.
Inhalt des Briefes 49: Vielleicht unter dem Eindruck des cyprianischen Briefes (46) hatten die auf Novatians Seite übergetretenen römischen Bekenner ihren Irrtum erkannt. Reumütig baten sie um ihre Wiederaufnahme, die ihnen auch unter dem Jubel der Gemeinde zugebilligt wurde. Von dem ganzen Hergang dieses freudigen Ereignisses gibt Cornelius seinem Amtsgenossen in Karthago in diesem Brief eine eingehende Schilderung.Geschrieben im Jahre 251. ↩
Gemeint ist Novatianus, von dem auch in den folgenden Sätzen die Rede ist. ↩
