1. Kapitel1
Cyprianus, Cäcilius, Primus, Polycarpus, Nicomedes, Lucilianus, Successus, Sedatus, Fortunatus, Januarius, Secundinus, Pomponius, Honoratus, Victor, Aurelius, Sattius, Petrus, ein anderer Januarius, Saturninus, ein anderer Aurelius, Venantius, Quietus, Rogatianus, Tenax, Felix, Faustus, Quintus, ein anderer Saturninus, Lucius, Vincentius, Libosus, Geminius, Marcellus, Jambus, Adelphius, Victoricus und Paulus entbieten ihren Brüdern, dem Presbyter Felix und den Gemeinden zu Legio und Asturica2 sowie dem Diakon Älius und der Gemeinde zu Emerita3, ihren Gruß im Herrn.
Bei unserer Zusammenkunft4 haben wir, geliebteste Brüder, euer Schreiben gelesen, das ihr in der Reinheit eures Glaubens und in der Furcht Gottes an uns gerichtet habt. Ihr teiltet darin mit, daß Basilides und Martialis, die sich durch Opferzeugnisse über Götzendienst befleckt und in die Schuld ruchloser Verbrechen verstrickt haben, nicht mehr das Bischofsamt führen und das Priestertum Gottes verwalten dürfen. Auch habt ihr den Wunsch ausgesprochen, wir möchten euch darauf erwidern und euch in eurer ebenso berechtigten wie notwendigen Besorgnis durch ein tröstendes oder unterstützendes Gutachten zu Hilfe kommen. Freilich entsprechen diesem euren Verlangen nicht so sehr unsere S. 292 Ratschläge als vielmehr die göttlichen Gebote, in denen schon längst mit himmlischer Stimme und durch Gottes Gesetz vorgeschrieben ist, wer und welcherlei Menschen dem Altare dienen und die göttlichen Opfer darbringen sollen. Denn im Buche Exodus spricht Gott zu Moses und ermahnt ihn mit den Worten: „Die Priester, die herantreten zu Gott, sollen sich heiligen, damit sie der Herr nicht etwa verlasse5!“ Und abermals: „Und wenn sie herantreten, um zu dienen am Altare des Heiligen, sollen sie an sich kein Vergehen mitbringen, damit sie nicht sterben6!“ Ebenso befiehlt der Herr im Buche Leviticus und sagt: „Ein Mensch, an dem ein Makel und Fehler ist, soll nicht herzutreten, um Gott Gaben zu opfern7!“
Inhalt des Briefes 67: S. 290 Dieses Schreiben eröffnet die Gruppe der aus der Zeit des Stephanus stammenden Briefe (vgl. Einleitung).Die spanischen Bischöfe Basilides von Legio Asturica und Martialis von Emerita hatten sich während der Verfolgung Opferzeugnisse ausstellen lassen und sich durch eine Reihe von anderen Vergehungen befleckt. Man hatte sie deshalb abgesetzt und an ihrer Stelle auf völlig einwandfreie Weise Sabinus und Felix zu Bischöfen gewählt.Basilides gab sich zunächst damit zufrieden, daß er wenigstens als Laie in der Kirche verbleiben durfte. Aber nach einiger Zeit reute ihn sein Verzicht, und er begab sich nach Rom, wo er von Stephanus durch Vorspiegelung falscher Tatsachen seine Anerkennung als Bischof zu erreichen wußte. Durch seine Umtriebe nach der Rückkehr aus Italien setzte er seinem Nachfolger Sabinus so schwer zu, daß dieser zusammen mit Felix, der offenbar in ähnlicher Weise von Martialis bekämpft wurde, sich nach Karthago begab, um bei Cyprian Unterstützung zu suchen. Als Beweismittel legten sie Briefe ihrer Gemeinde und des Nachbarbischofs Felix von Cäsaraugusta vor, in denen der Sachverhalt eingehend dargelegt war.Bei ihrer Ankunft in Karthago tagte dort gerade eine von 37 Bischöfen besuchte Synode, der Cyprian den Fall vorlegte. Die Entscheidung fiel zugunsten der beiden rechtmäßig an Stelle der Gefallenen gewählten Bischöfe.Diesen Beschluß teilt Cyprian in dem vorliegenden Synodalschreiben den beiden spanischen Gemeinden mit. Ausführlich beweist er, daß Basilides trotz der von ihm erschlichenen Anerkennung durch Stephanus kein Recht auf die verlorene Bischofswürde habe; den beiden Abgesetzten läßt er nur den Weg der Buße offen. Zum S. 291 Schluß warnt er alle Gläubigen vor jeder Gemeinschaft mit ihnen.Geschrieben Ende 254 (von Soden bringt den Brief erst mit dem Septemberkonzil des Jahres 256 in Zusammenhang.). ↩
Legio und Asturica = Leon und Astorga in der spanischen Provinz Leon. ↩
Emerita = Merida in Estremadura. ↩
Herbstkonzil 254. ↩
Exod. 19, 22. ↩
Ebd. [Exod.] 30, 20. 21. ↩
Lev. 21, 17. ↩
