1. Kapitel1
S. 29 Cyprianus wünscht den Märtyrern und Bekennern unseres Herrn Jesu Christi stetes ewiges Heil in Gott, dem Vater.
In dankbarer Freude juble und frohlocke ich, ihr heldenhaften und hochseligen Brüder, bei der Kunde von eurem Glauben und eurem Mut, dessen die Kirche, unsere Mutter, sich rühmen kann. Zwar war ihr das auch jüngst schon vergönnt, als die Bekenner Christi infolge ihres standhaften Bekennermutes die Strafe traf, die sie heimatlos machte; das jetzige Bekenntnis jedoch ist um so glänzender und ehrenvoller, je tapferer es ist im Leiden. Mit dem zunehmenden Kampf ist auch der Ruhm der Streiter gewachsen. Und ihr habt euch nicht durch die Furcht vor den Folterqualen vom Kampfe zurückhalten lassen, sondern gerade sie haben euch noch mehr dazu angefeuert. Tapfer und ohne Wanken seid ihr in bereitwilliger Ergebung in die heißeste Schlacht ausgezogen. Wie ich erfuhr, haben einige von euch bereits die Krone erlangt, andere sind dem Siegeskranze ganz nahe gerückt, alle aber, deren ruhmreiche Schar in Kerkerhaft schmachtet, sind von einem und demselben Feuer der Begeisterung für den bevorstehenden Kampf beseelt. So ziemt es sich auch für die Streiter Christi im göttlichen Heerlager, daß die unerschütterliche Glaubensfestigkeit durch keine Lockungen sich täuschen, durch keine Drohungen sich schrecken, durch keine Qualen und Martern sich bezwingen läßt; denn er, der in uns ist, ist größer als der, der in der Welt ist2, und eher, als die irdische Pein imstande ist, uns niederzuwerfen, vermag der göttliche Schutz uns S. 30 aufzurichten. Das hat sich deutlich gezeigt in dem ruhmvollen Kampfe der Brüder, die in der Bezwingung der Martern den übrigen als Führer vorangingen und als tapfere Krieger ein Beispiel des Mutes und des Glaubens gaben, bis der Feind im Kampfe unterlag.
Inhalt des Briefes 10: Voll dankbarer Freude preist Cyprian in diesem Brief den Glaubensmut und die Ausdauer der Märtyrer und Bekenner, deren Zahl mit der seit der Ankunft des Prokonsuls zunehmenden Wut der Verfolgung ständig wächst. Unter Hinweis auf das Zeugnis der Heiligen Schrift mahnt er alle, dem heldenhaften Vorbild des Mappalicus zu folgen.Die begeisterte, bilderreiche Sprache erinnert an Brief 6; von den späteren zeigen vor allem Brief 28, 37 und 58 stilistische Ähnlichkeit.Geschrieben im April oder Mai 250. ↩
1. Joh. 4, 4. ↩
