1. Kapitel1
Cyprianus entbietet seinen Gruß den Presbytern und Diakonen, seinen Brüdern.
Eigentlich hätte ich gewünscht, teuerste Brüder, daß mein Schreiben und mein Gruß unseren ganzen S. 50 Klerus wohlbehalten und unversehrt anträfe. Weil aber der feindliche Sturm, der unsere Gemeinde schon zum größten Teil zu Boden gestreckt hat, dadurch unseren Schmerz noch gewaltig steigerte, daß er sogar einen Teil des Klerus mit seinem vernichtenden Schlage traf, so bitten wir den Herrn, daß ihr, von deren Standhaftigkeit im Glauben und in der Tugend wir erfahren haben, auch in Zukunft durch die göttliche Barmherzigkeit gesichert bleibt und unseren Gruß entgegennehmen könnt. Wohl legten mir die Verhältnisse den Wunsch nahe, selbst eiligst zu euch zu kommen, einmal wegen meines sehnsüchtigen Verlangens euch wiederzusehen, was mein höchster Wunsch wäre, dann aber auch deshalb, um all das, was das allgemeine Wohl bezüglich der kirchlichen Leitung erfordert, mit euch besprechen und nach gemeinschaftlicher Beratung und Prüfung mit vielen anderen entscheiden zu können; dennoch erschien es mir ratsamer, mich einstweilen noch verborgen und ruhig zu verhalten mit Rücksicht auf andere Vorteile, die dem Frieden und dem Heile von uns allen zugute kommen. Darüber wird euch unser lieber Bruder Tertullus2 Rechenschaft geben; denn mit der Sorgfalt, die er auch sonst so unermüdlich den göttlichen Werken widmet, hat er auch diesen Rat erteilt: ich solle vorsichtig und besonnen bleiben und mich ja nicht ohne weiteres in die Öffentlichkeit wagen, am wenigsten dort, wo man so oft stürmisch nach mir verlangt und gesucht habe.
Inhalt des Briefes 14: Cyprian, der vorübergehend daran gedacht hatte, wieder nach Karthago zurückzukehren, hat sich wohl auf den Rat seines Freundes und Mittelsmannes Tertullus entschlossen, eine Zeit lang noch an seinem Zufluchtsort zu bleiben. Die Gründe teilt er seiner Gemeinde in diesem Briefe mit. Des weiteren rügt er die Verfehlungen einzelner Bekenner und ermuntert den Klerus von neuem zu gewissenhafter Fürsorge für alle Bedürftigen. Die Regelung kirchlicher Fragen verschiebt er, bis er sie gemeinsam mit Geistlichen und Laien entscheiden kann. Geschrieben (wahrscheinlich gleichzeitig mit Brief 13) im Frühjahr 250. ↩
Er ist auch im 2. Kap. des 12. Briefes rühmend erwähnt. ↩
