1. Kapitel1
Cyprianus, Liberalis, Caldonius, Junius, Primus, Cäcilius, Polycarpus, Nicomedes, Felix, Marrutius, Successus, Lucianus, Honoratus, Fortunatus, Victor, Donatus, Lucius, Herculanus, Pomponius, Demetrius, Quintus, Saturninus, Marcus, ein anderer Saturninus, ein anderer Donatus, Rogatianus, Sedatus, Tertullus, Hortensianus, ein weiterer Saturninus und Sattius entbieten den Brüdern Januarius, Saturninus, Maximus, Victor, einem anderen Victor, Cassius, Proculus, Modianus, Cittinus, Gargilius, Eutychianus, einem anderen Gargilius, einem anderen Saturninus, Nemesianus, Nampulus, Antonianus, Rogatianus und Honoratus ihren Gruß.
Auf unserer Versammlung haben wir, teuerste Brüder, euer Schreiben gelesen, das ihr wegen derer, die bei den Ketzern und Abtrünnigen sich taufen ließen, an uns gerichtet habt mit der Anfrage, ob sie bei der Rückkehr zu der einen katholischen Kirche getauft werden müßten. Obwohl ihr euch in dieser Angelegenheit schon selbst an die Wahrheit und Festigkeit der katholischen Regel haltet, teilen wir euch dennoch, weil ihr es entsprechend der gemeinsamen Liebe für nötig hieltet, unseren Rat einzuholen, unsere Ansicht hierüber mit. Sie S. 324 ist keineswegs neu, sondern schon längst von unseren Vorgängern2 aufgestellt und auch von uns beibehalten, und wir gehen darin mit euch vollkommen einig. Denn wir glauben und halten für gewiß, daß niemand draußen außerhalb der Kirche getauft werden kann, da nur eine Taufe in der heiligen Kirche eingesetzt ist und geschrieben steht das Wort des Herrn: „Mich haben sie verlassen, den Quell des lebendigen Wassers, und haben sich löcherige Behälter gegraben, die kein Wasser halten können3.“ Und abermals mahnt die göttliche Schrift und sagt: „Von fremdem Wasser halte dich ferne und von fremder Quelle trinke nicht4!“ Damit aber das Wasser durch seine Taufe die Sünden des Täuflings abwaschen kann, muß es zuvor von dem Priester gereinigt und geheiligt werden; denn der Herr spricht durch den Mund Ezechiels: „Und ich werde reines Wasser über euch sprengen, und ihr werdet gereinigt werden von all eurer Unreinigkeit und von allen euren Götzen. Und ich werde euch reinigen und euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euch legen5.“ Wie kann aber jemand das Wasser reinigen und heiligen, der selbst unrein ist und den Heiligen Geist nicht hat? Sagt doch der Herr im Buche Numeri: „Und alles, was ein Unreiner berührt, wird unrein sein6.“ Oder wie soll der Taufende einem anderen Vergebung der Sünden erteilen können, wenn er außerhalb der Kirche sich seiner eigenen Sünden nicht entledigen kann?
Inhalt des Briefes 70: Ein von 31 Bischöfen besuchtes Konzil des Jahres 255 (Nach Harnack (Geschichte der altchristlichen Literatur II, 2, S. 357) fand das Konzil im Frühjahr statt.) — zum größten Teil sind es die gleichen Teilnehmer wie bei den vorausgehenden Kirchenversammlungen — hatte sich mit einer Anfrage von 18 numidischen Bischöfen zu befassen, ob die Ketzertaufe Gültigkeit habe. Die Antwort lautet verneinend. Im S. 323 vorliegenden Synodalschreiben teilt Cyprian den Fragestellern diese Entscheidung mit. Eine Stelle im zweiten Kapitel ist für die Kenntnis des Taufsymbols und Taufritus der damaligen Zeit von besonderer Wichtigkeit.Von dem Brief ist auch eine etwas ungenaue griechische Übersetzung erhalten, die in Mignes Patrologie (III, 1081 ff.) abgedruckt ist.Geschrieben im Jahre 255. ↩
Unter diesen nennt Cyprian im folgenden Brief den Agrippinus, unter dem auch eine Synode um das Jahr 220 beschlossen hatte, die Taufe der Häretiker als ungültig zu betrachten. ↩
Jer. 2, 13. ↩
Sprichw. 9, 18. ↩
Ezech. 36, 25. 26. ↩
Num. 19, 22. ↩
