1. Kapitel1
Cyprianus entbietet seinen Brüdern, dem Presbyter Rogatianus und den übrigen Bekennern, seinen Gruß.
Wie ich an euch, meine teuersten und tapfersten Brüder, schon vor längerer Zeit ein Schreiben gerichtet habe, um euch zu eurer Glaubenstreue und eurem Mute in jubelnden Worten zu beglückwünschen, so vermag auch jetzt mein Mund in erster Linie nichts anderes zu tun als immer und immer wieder fröhlichen Herzens den Ruhm eures Namens zu preisen. Was könnte ich mir denn Größeres und Besseres wünschen, wenn ich sehe, wie die Herde Christi durch die Ehre eures Bekenntnisses im Ruhmesglanze strahlt? Denn wenn auch alle Brüder Grund haben, sich darüber zu freuen, so hat doch der Bischof an dieser allgemeinen Freude besonders großen Anteil. Der Ruhm der Kirche ist ja doch der Ruhm ihres Vorstehers. So groß unser Schmerz ist über jene, die der feindliche Sturm zu Fall gebracht S. 45 hat, so groß ist unser Jubel über euch, die der Teufel nicht zu überwinden vermochte.
Inhalt des Briefes 13: Schon aus persönlichen Gründen („Der Ruhm der Kirche ist der Ruhm des Bischofs“) spricht Cyprian den aus dem Gefängnis entlassenen Bekennern seine höchste Anerkennung für ihre heldenmütige Standhaftigkeit aus. Zugleich ermahnt er sie zu strenger Einhaltung der christlichen Zucht, da verschiedene bedauerliche Fälle ihren Ruhm zu verdunkeln drohen. Eine vorzeitige Rückkehr der wegen ihres Glaubens Verbannten bezeichnet er als unerlaubt und sündhaft. Geschrieben im Frühjahr 250. ↩
