Contra Faustum Manichaeum
Gegen Faustus
Bibliographische Angabe
Übersetzt von Otto Wermelinger, Werner Steinmann und Gregor Wurst (Translation, Deutsch)
Schlüssel
CPL 321
Datum
5. Jh.
Text
Inhaltsangabe
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- 33. Siehst du, dass ich nicht einfach sage (cf. 446,15): *Wenn du Christ bist, glaube Christus, wenn er sagt, dass Moses über ihn geschrieben hat; wenn du das aber nicht glaubst, bist du kein Christ.*? Denn du musst schon selber entscheiden, wofür du dich nun hältst, der du als Heide oder Jude Belehrung über Christus suchst. Ich bin vor dieser Herausforderung nicht zurückgewichen und habe dir, so gut ich es vermochte, alle Zugänge zum Irrtum verrammelt. Ich habe euch auch jene Fallgrube versperrt, in die ihr euch in eurer Blindheit jeweils hineinstürzt, indem ihr, sobald eure Häresie keinen Ausweg mehr weiss, behauptet, es liege da im Evangelium eine Fälschung vor, eine Fallgrube, aus der es für euch keine Rückkehr in die Glaubensgemeinschaft Christi gibt, wo euch dieses Schimpfwort (sc. *Häretiker*) nicht mehr entgegengehalten werden kann. Schliesslich wünschst du dir gar, so belehrt zu werden wie Thomas, der bereits Christ war (446,29), *den Christus, als er an ihm zweifelte, nicht von sich wies, ihm vielmehr, um die Wunden seiner Seele zu heilen, die Wundmale an seinem eigenen Körper zeigt* (cf. Joh. 20,25). Das sind deine eigenen Worte. Es ist gut, dass du auf diese Weise belehrt werden möchtest. Denn wie habe ich schon befürchtet, dass du auch diese Stelle im Evangelium als Fälschung erklären könntest! Nun denn, glaube an diese Wundmale Christi; wenn nämlich jene Wundmale echt waren, dann waren auch die Wunden echt, und echte Wunden konnte nur ein echter Leib haben; diese Echtheit aber bringt eure ganze Irrlehre zum Einsturz. Wenn du umgekehrt glaubst, Christus habe dem zweifelnden Jünger falsche Wundmale vorgezeigt, dann bezeichnest du einerseits ihn selber, indem du ihm ein solches Lehrziel zuschreibst, als Betrüger, anderseits zeigst du, indem du ein solches Lernziel verfolgst, den Wunsch, betrogen zu werden. Da nun aber niemand betrogen werden will, viele dagegen selber betrügen wollen, deute ich das so, dass es eher dein Ziel ist, nach dem vermeintlichen Vorbild Christi betrügerische Lehren zu verbreiten, als nach dem Vorbild des Thomas betrügerische Lehren zu empfangen. Das Fazit: Wenn du glaubst, dass Christus den zweifelnden Thomas mit falschen Wundmalen getäuscht hat, wer möchte da dir als Lehrer noch Glauben schenken, und nicht lieber dir als Betrüger aus dem Weg gehen? Wenn dagegen jener Jünger die echten Wundmale Christi berührt hat, dann bist du zum Eingeständnis gezwungen, dass auch der Leib Christi echt ist. So wirst du also nicht Manichäer bleiben, wenn du glaubst wie Thomas geglaubt hat; ungläubig aber wirst du bleiben, wenn du nicht einmal so wie Thomas glaubst (cf. Joh. 20,27 f.).
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